(23.03.10/dom)
US-Präsident Barack Obama hats am Sonntag geschafft und
er konnte seine Gesundheitsreform durchboxen: Doch längst nicht
alle sind mit diesem historischen Schritt einverstanden. Viele
Gegendemonstranten versammelten sich zu Protestaktionen und deckten
auch Kongressmitglieder mit rassistischen und homophoben
Sprüchen ein.
Während der Abstimmung über die Gesundheitsreform von
Präsident Barack Obama haben sich am Sonntag zahlreiche
Gegendemonstranten vor dem Kapitol in der amerikanischen Hauptstadt
Washington eingefunden. Teils ist es zu tumultähnlichen
Situationen gekommen. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist auch zu
rassistischen und homophoben Äusserungen gekommen. So wurde der
schwule Abgeordnete Barney Frank, ein Demokrat aus Massachusetts,
als "Faggot" [zu Deutsch: Schwuchtel] bezeichnet worden.
Dies sei passiert, als er in der Nähe vom Kapitol auf der
Strasse vom Longworth-Bürogebäude zum Rayburn-Gebäude
ging, erklärte Frank. Es seien ein paar hundert Demonstranten
gewesen, welche ihn aufgrund seiner Homosexualität
beschimpften.
Die Demonstranten gehörten unter anderem der "Tea
Party" an, einer ultrakonservativen Organisation am
äussersten Rand des politischen, rechten Flügels, welche
schon des öfteren durch rassistische und homophobe Äusserungen
in die Medien kam. Am Sonntag musste nicht nur der Demokrat Barney
Frank einstecken, sondern auch Präsident Obama selber. So haben
einige Mitglieder der "Tea Party" offen zur Ermordung des
Präsidenten aufgerufen. Ein anderer Abgeordneter, John Lewis
aus Alabama, ein Aushängeschild der Menschenrechtsbewegung,
wurde als "nigger" bezeichnet. Es habe Beschimpfungen
gegeben, erklärte Lewis später, doch es sie okay. Er sei
sich dies gewohnt, und habe das schon früher erlebt. Es habe
ihn an die 60er Jahre erinnert, erklärte er. Lewis war in den
60er Jahren während einer Kundgebung für die
Gleichberechtigung der Schwarzen fast zu Tode geprügelt worden.
Sowohl Lewis, wie auch Frank haben in Interviews erklärt, dass
die Situation vor dem Kaptiol von Hass erfüllt gewesen sei. Er
sei überrascht gewesen von der Boshaftigkeit der Demonstranten,
fügte Frank hinzu. Es war offensichtlich, dass sie noch
zahlreiche andere Anliegen und Ansichten in die Gesundheitsreform
hineininterpretierten, teilweise waren diese nachvollziehbar, andere
aber auch nicht.
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