(07.09.10/dom)
Die Anspannung in der deutschen Nationalmannschaft ist enorm
und die Angst geht um: Nicht aber weil ein grosser Gegner auf
dem Platz wartet, sondern, weil ein Berater von
Mannschaftskapitän Michael Ballack erklärt hat, dass ein
ehemaliger Spieler demnächst mehrere Spieler im Nationalteam
öffentlich outen werde. Nun verlangt der DFB erneut eine Klärung
dieser Aussage...
Er ist Berater von Michael Ballack und Rechtsanwalt, Michael
Becker, und genau er wurde in einem im deutschen
Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" veröffentlichten Essay vor
einiger Zeit mehrfach zitiert, dass es einen ehemaligen
Profi-Fussballer gebe, der "die Schwulen-Combo" demnächst
hochgehen lassen wolle. Becker selber hat gegenüber von
Spielerberatern und Journalisten auch schon Namen von Spielern genannt,
welche demnach öffentlich geoutet werden sollen.
Das Ganze geschah bereits vor einigen Wochen, doch die Wogen
haben sich nach wie vor nicht geglättet, und es scheint
insbesondere auch die deutsche Nationalmannschaft intern sehr zu
beschäftigen. Zuerst wollte der Deutsche Fussball-Bund DFB zu diesem
Thema schweigen, doch nun fordert der Generalsekretär des DFB
bereits zum zweiten Mal, dass man eine erklärende Stellungnahme
von Becker erwarte, um zu wissen, wie er das gemeint habe. Bislang
hat Becker aber offenbar nicht reagiert: Er meinte nur einmal,
dass der Autor wohl etwas falsch verstanden habe. Doch
dementiert er den Bericht nicht, bekräftigt die Aussagen
aber auch nicht weiter. Die gemachten Aussagen von Michael
Becker heizten die Diskussionen, besonders unter
Sportjournalisten massiv an, und das Rätselraten geht munter
weiter.
Michael Ballack selber hat sich bislang nicht zu dieser Aussage
seines Beraters geäussert. Zur Zeit leidet er an einer
Magen-Darmgrippe und er wird beim kommenden Länderspiel der
deutschen National-Elf gegen Aserbaidschan nicht spielen können.
Doch trotzdem hat sich in seinem Umfeld etwas getan: Sein Verein
Bayern-Leverkusen, bei dem Ballack derzeit unter Vertrag ist,
liess schon mal verkünden, dass man keinerlei Ressentiments gegenüber
Homosexuellen habe.
Es bleibt also spannend wie die Diskussionen rund um die "Schwulen-Combo"-Aussage
weitergehen werden. Bislang hat sich jedenfalls sowohl in
Deutschland, wie auch sonst wo auf der Welt noch kein aktiver
Profi-Fussballer öffentlich geoutet. Einzig der Engländer Justin
Fashanu hat sich 1990 als bislang einziger getraut, doch spielte
er fortan nur noch in Vereinen der unteren Ligen, zuerst in
Kanada, später wieder in England. Dass der Druck auf ihn damals
ernorm gewesen sein muss zeigt schon alleine die Tatsache, dass
sich Fashanu 1998 das Leben nahm.
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