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EU: Neuer Report über LGBT-Diskriminierung in Europa
family image(29.06.11/dom) In Strassburg wurde ein neuer Report vorgestellt, welcher die einzelnen Länder betreffend Menschenrechtsverletzungen bezogen auf die sexuelle Orientierung oder die Geschlechteridentität unter die Lupe nimmt.

Die Situation in allen 47 Mitgliedsstaaten des Europarats, inklusive der Türkei und Russland, wurde durch den Beauftragten für Menschenrechte, Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechteridentität untersucht. Die Resultate trug er in einem Report zusammen, welcher er nun den Abgeordneten des Europarats vorgestellt hat.

Für die Studie wurde unter anderem untersucht, wie die gesellschaftliche Überzeugung und Haltung gegenüber LGBTs ist, wie der Diskriminierungsschutz in den einzelnen Staaten gesetzlich verankert ist und wie es um die Versammlungs- und Meinungsfreiheit steht. Im Weiteren wurde die Asylpolitik in Bezug auf LGBTs untersucht, der Zugang zu Bildung, zum Arbeitsmarkt und zum Gesundheitswesen, aber auch die Anerkennung der Geschlechter und der Partnerschaft (Stichwort: Homo-Ehe).

Mit dem Report wurden auch 36 Vorschläge präsentiert, wie die Länder die Situation für Schwule, Lesben und Transgender verbessern können. Ulrike Lunacek, Europaratsabgeordnete und Vize-Präsidentin der LGBT Intergroup, zeigte sich äusserst erfreut über den Bericht. Sie finde die Studie vor allem auch daher sehr gut, da nicht nur die 27 EU-Mitglieder miteinbezogen wurden, sondern alle 47 Staaten. Dies werde die Arbeit des Europarats in dieser Hinsicht sehr unterstützen, sicherlich auch wenn es darum geht, welche Bedingungen man an Länder wie Kroatien, Mazedonien, Montenegro und die Türkei stellen wolle, welche gerne in die EU möchten.

Auch Michael Cashman, Mitglied des Europarats und weiterer Vize-Präsident der LGBT Intergroup, lobte die Arbeit, welche der Beauftragte für Menschenrechte, Thomas Hammarberg, mit seinem Team geleistet hat. Die nun gesammelten Erkenntnisse werden ohne Zweifel in die weitere Arbeit des Europarats mit einfliessen. Auch dem dichten Netzwerk aus juristischen Fachleuten sei er zu grossem Dank verpflichtet. Eine solch umfangreiche Momentaufnahme sei längst überfällig gewesen.

Der Report kann unter folgendem Link angesehen werden: LINK