(16.03.11/dom)
Es ist zwar erst im September, doch der Protest für den
anstehenden Papstbesuch in Deutschland formiert sich. Bereits
zwanzig verschiedene Organisationen sind an Bord um sich bei den
Vorbereitungen zu engagieren.
Es sind längst nicht nur schwullesbische Organisationen,
welche an einem ersten Vorbereitungstreffen (gay.ch berichtete)
mit dabei waren. Organisiert hat das Meeting zwar der LSVD, der
Lesben- und Schwulenverband Deutschland, doch gekommen sind auch
Vereinigungen wie der Berliner Landesverband von Pro Familia.
Die Gründe, weshalb sich diese Organisationen bereits jetzt auf
den für September geplanten, offiziellen Papstbesuch
vorbereiten, sind denn auch entsprechend vielfältig.
Während die Schwulen und Lesben vor allem die Haltung der
katholischen Kirche gegenüber Homosexualität anprangern, so
möchte etwa "Pro Familia" gegen die restriktiven Ansichten
bezüglich Verhütung und Abtreibung demonstrieren. Aber auch die
Haltung zu Homosexualität sei ein Grund, welche sie zum
Mitmachen bewegt habe, heisst es seitens Pro Familia. So sind
sich die verschiedenen Organisationen einig, dass die
Einstellung der katholischen Kirche mittelalterlich und wenig
menschenfreundlich seien.
Nach dem Vorbereitungstreffen laufen die Planungen nun auf
Hochtouren. Unter dem Titel "Der Papst kommt" werden die
einzelnen Aktionen zudem zentral koordiniert. Dazu hat der
schwule Verlag "Bruno Gmünder" selber 12'000 Euro gesprochen, um
damit eine Halbtagesstelle eines Koordinators zu finanzieren,
zudem stellt der Verlag Büroräumlichkeiten zur Verfügung. So
erklärte Bruno Gmünder selber, dass er die Sexualmoral der
Kirche ablehne, welche sie den Jugendlichen vermittle.
Bereits nehmen erste Protestaktionen Formen an. So ist während
dem Papstbesuch etwa ein Kiss-In geplant: Schwullesbische Paare
wollen sich in der Öffentlichkeit küssen und damit ein
eindrucksvolles Statement gegen die Politik des Papstes setzen.
Wie schon bei früheren Aktionen sei es auch möglich, dass andere
Gruppen wiederum Pappfiguren basteln, mit welchen sie sich mit
den Thesen des Vatikans beschäftigen. Aus ihren Büchern sollen
zudem verschiedene Autoren lesen, welche sich mit dem Thema
Sexualität und katholische Kirche auseinander gesetzt haben. |