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CHINA: Dutzende Gays in Peking festgenommen
family image(28.09.10/dom) Nachdem die Schwulen und Lesben in der chinesischen Hauptstadt mehrheitlich geduldet wurden, zeigte sich die Polizei am Sonntagabend überraschend von der harten Seite: Während einer Razzia in einem der grössten Gay Treffpunkte in Peking wurden rund 80 Männer vorübergehend verhaftet.

Der Wald bei Mudanyuan ist bekannt als Treffpunkt für schwule Männer. Doch in einer gross angelegten Aktion griff nun die Polizei am Sonntagabend ein. Zahlreiche Beamten seien vorgefahren und hätten die Männer registriert und auch fotografiert. Rund achtzig Schwule wurden darauf kurzzeitig verhaftet um bei ihnen Blutproben und die Fingerabdrücke zu entnehmen, heisst es laut Augenzeugenberichten in der "Global Times". Einen Tag später, am Montagabend, fuhr die Polizei erneut zu diesem Waldgebiet um erneut Personen zu kontrollieren. Diesmal blieb es aber offenbar bei der Registrierung der Männer, verhaftet wurde angeblich diesmal niemand mehr.

Laut einem Sprecher der Polizei gehe der Einsatz bei diesem Schwulentreffpunkt mit der jährlichen Sicherheitsüberprüfung in Peking einher, welche jeweils vor dem chinesischen Nationalfeiertag am 1. Oktober durchgeführt wurde. An diesem Tag wird die Ausrufung der Volksrepublik China 1949 gefeiert. Was die Sicherheitsüberprüfung allerdings genau mit dem Schwulentreffpunkt zu tun hat, bleibt weiterhin im Dunkeln. Obwohl Schwule und Lesben in letzter Zeit ein bisschen mehr Akzeptanz entgegengebracht wird, und Homosexualität seit 2001 auch vom offiziellen China nicht mehr als "Geisteskrankheit" angesehen wird, getrauen sich nur wenige sich in der Öffentlichkeit zu outen. Die Angst vor Ausgrenzung und negativen Konsequenzen innerhalb der Familie, aber auch in der Gesellschaft sind zu gross.