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BOTSWANA: Früherer Präsident fordert Legalisierung von Homosexualität
family image(20.10.11/dom) Praktisch in allen Ländern Afrikas - Südafrika einmal ausgenommen - wird Homosexualität kriminalisiert und teilweise drastischen Strafen unterstellt. Dies soll sich ändern, fordert nun der früherer Präsident von Botswana, nicht zuletzt auch um die Verbreitung des HI-Virus stärker einzudämmen.

Er verstehe Homosexualität zwar nicht, er sei heterosexuell, erklärte der ehemalige Präsident von Botswana, Festus Mogae, gegenüber der BBC, aber es gebe Männer, welche andere Männer anschauen, und das seien schliesslich auch Bürger. Er sei daher der Meinung, dass man Homosexualität entkriminalisieren solle um damit die weitere Ausbreitung von HIV/Aids zu verhindern. Als Vorsitzender des von der Regierung unterstützten Aids Council erklärte er, dass es schwer sei, Safe Sex zu fördern, wenn diese sexuelle Praktik illegal sei.

Doch es ist nicht nur die Homosexualität, welche er legalisieren will, sondern auch die Prostitution. Um die Sexarbeiterinnen und die Freier davor zu schützen, dass sie sich anstecken, müsse man sie darin unterstützen, dass sie sich selber schützen, und das geschieht sicher nicht damit, dass man sie einfach einsperrt, kritisiert Mogae die derzeitige Praxis in Botswana. Auch dass die Regierung sich geweigert habe, den Gefängnisinsassen Kondome zu verteilen habe nur zu einer Verschärfung der HIV/Aids-Situation geführt. Wenn nämlich Häftlinge HIV-Negativ ins Gefängnis gehen und HIV Positiv dieses wieder verlassen, dann zeige dies, egal was das aktuelle Gesetz sage, dass Gefängnisse als Ansteckungsquelle gesehen werden müssen.

Mit 17 Prozent hat Botswana eine der der höchsten HIV/Aids-Raten der Welt, und gleichzeitig stellt die Krankheit auch die grösste Herausforderung für die Zukunft des Landes. Doch trotzdem wehrt sich die Regierung vehement gegen die Ansichten, wie sie von Festus Mogae vertreten werden. Doch ein Zugeständnis konnte er der aktuellen Regierung trotzdem abringen: Ein Sprecher erklärte gegenüber der BBC, dass Homosexualität und Prostitution so lange illegal bleiben, bis die Regierung ihre weitreichenden Untersuchungen, ob das Gesetz geändert werden solle, abgeschlossen habe.

Festus Mogae trat 2008 am Ende seiner zweiten Amtszeit als Präsident von Botswana zurück, und noch im gleich Jahr wurde er vom ehemaligen Generalsekretär der UNO, Kofi Annan, mit einem Award für seine vorbildliche Amtsführung ausgezeichnet. In seiner Rede lobte Annan Mogae auch für seine kompromissloses Vorgehen gegen HIV/Aids. Nicht zuletzt durch Festus Mogae wurde Botswana zum ersten Land südlich der Sahara, in welchem Aids-Medikamente kostenlos an die Bevölkerung abgegeben wurden.