(18.06.10/dom)
Überfälle und gewaltsame Übergriffe gegen Schwule und Lesben
haben in der deutschen Hauptstadt im vergangenen Jahr gegenüber
2008 stark zugenommen.
Es seien in den meisten Fällen Männer, welche Opfer von
homophober Gewalt werden, erklärte Bastian Finke, Leiter von "Maneo",
der schwulen Überfall-Hotline in Berlin, gegenüber der "Berliner
Morgenpost". Während im vergangenen Jahr bereits 225 Fälle
registriert wurden, so waren es 2008 noch 186.
Einem besonderen Risiko setzten sich jene Schwulen aus, welche
Cruisen gehen. Sei es, dass sie sich übers Internet verabreden
oder auch der Strasse nach möglichen Sexpartnern Ausschau
halten, sie würden so immer wieder zu Opfern von Raubüberfällen,
erklärte Finke weiter.
Der jüngste Überfall fand just am vergangenen Wochenende am
Rande des schwullesbischen Stadtfest im Viertel Schöneberg
statt. Die beiden Opfer wurden dabei ausgeraubt und verprügelt.
Wie Bastian Finke gegenüber der "Berliner Morgenpost" weiter
ausführte, setze er sich mit seinem Team auch besonders dafür
ein, dass sich die Opfer bei der Polizei melden und die Täter
zur Anzeige bringen. So werde er auch am bevorstehenden Berliner
Christopher Street Day mit seinem Team unterwegs sein um
mögliche Opfer gleich direkt anzusprechen, und sie dazu
ermutigen, sich bei der Polizei zu melden. |