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LITAUEN: Gewalttätige Gegendemonstration gegen Baltic Pride
family image(08.05.10/dom) Die "Baltic Pride" in der litauischen Hauptstadt Vilnius stand von Anfang an unter keinem guten Stern: Nun ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen während der Parade gekommen - die Polizei setzte Tränengas gegen die Gegendemonstranten der Pride ein.

Es war stets unsicher ob die "Baltic Pride" überhaupt stattfinden kann. Zeitweilig verboten da die öffentliche Sicherheit nicht garantiert werden könne, hagelte es massive, internationale Proteste, so dass das Verwaltungsgericht schlussendlich am Freitag, nur einen Tag vor dem Anlass, doch noch grünes Licht gab.

Ob in Polen oder Russland, so sah es auch in Litauen nicht anders aus: Einige hundert Schwule und Lesben getrauten sich auf die Strasse um an der ersten "Baltic Pride" für ihre Rechte und Anerkennung zu demonstrieren. Sie wurden von beinahe tausend Polizisten abgeschirmt, und dies aus gutem Grund. Ihnen standen nämlich ein paar tausend Gegendemonstranten gegenüber, welche unter anderem "Tod den Schwulen" kandierten. Vor allem Neonazis, erzkonservative Nationalisten, aber auch Parlamentarier nahmen an der Gegenveranstaltung teil.

Wie bereits von den Gegnern angekündigt, eskalierte die Situation in Vilnius: Die Gegendemonstranten warfen mit Steinen, Knallkörpern und Flaschen, und die Polizei griff die Tränengas um die Gegendemonstranten in Schach zu halten. Im Weiteren wurden auch einige Gegendemonstranten, darunter offenbar auch Parlamentarier, festgenommen und abgeführt. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Ersten Berichten zu folge, hat die Polizei tatsächlich alles daran gesetzt um die Schwulen und Lesben vor den Gegendemonstranten zu schützen. Ganz im Gegenteil etwa zu Russland, wo die Polizei die Gegendemonstranten jeweils gewähren liess, und sich teilweise sogar auf deren Seite schlugen...