(07.02.11/dom)
Bei einem privaten Anlass wurden mindestens 127 angeblich
schwule Männer verhaftet. Berichten zufolge sollen sie einer
Hochzeitszeremonie zwischen zwei Männern beigewohnt haben.
Es sind alles andere als erfreuliche Nachrichten aus dem
Golfstaat Bahrain, der Insel gleich neben Katar, dem künftigen
Austragungsort der Fussball-Weltmeisterschaften. Der Anlass fand
am vergangenen Donnerstag in einer Sporthalle, der Al
Rayan-Halle, im einem kleineren, traditionellen Fischerdorf Hidd
statt. Die Nachbarn haben sich aufgrund des Lärms bei der
Polizei beschwert, und diese schickte um 2 Uhr 30 ein paar
Beamte vorbei um nachzuschauen. Ein verdeckter Ermittler hat
darauf Eintritt bezahlt für die Party, um in die Räumlichkeiten
zu gelangen. Dort hat er offenbar duzende Männer in
Frauenkleidern vorgefunden, welche getanzt, getrunken und
Shishas geraucht haben.
Der Ermittler rief darauf Verstärkung und die Polizei führte
eine Razzia durch, in deren Folge 127 Männer verhaftet wurden -
neuere Meldungen gehen gar von rund 200 Verhafteten aus. Die
meisten der Gays seien zwischen achtzehn und dreissig Jahre alt,
und es soll auch ein libanesischer Mann und einer aus Syrien
unter den Verhafteten gewesen sein. Die meisten stammen jedoch
aus Bahrain selber, oder reisten aus den benachbarten
Golfstaaten an die Party, welche sich offenbar als
Hochzeitszeremonie zwischen zwei Männern entpuppte. Um die Halle
mieten zu können, gaben die Männer an, dass sie eine
Geburtstagsparty feiern wollen. Die Nachbarschaft zeigte sich
äusserst empört, als sie erfuhren, was in der Halle gefeiert
wurden, da sich das Ganze in einem sehr religiösen Viertel mit
rund 29 Moscheen in der Umgebung stattgefunden hat.
Was mit den Verhafteten nun passiert ist, ist nicht bekannt.
Homosexualität steht in Bahrain jedoch wie in allen arabischen
Staaten unter Strafe. Es ist nicht das erste Mal, dass solche
privaten Feiern von der Polizei aufgelöst werden. So geschah
bereits im Jahr 2008 ein ähnlicher Vorfall, und auch im Jahr
2010 wurden neun Männer verhaftet, weil sie sich Frauenkleider
angezogen haben. |